TERROR UND DIE FREIHEIT

Blattlaus
Share Button

In diesen Tagen hört man Stimmen, wonach sich Terroranschläge auch in Zukunft nicht gänzlich verhindern lassen – welche “neue” Erkenntnis. Manche meinen, dass wir gut daran täten, uns daran zu gewöhnen. Das wird wohl kaum gelingen, die jeweiligen Ereignisse sind zu spektakulär, in ihrer jeweilgen Ausprägung auch immer einzigartig und für die Medien ein gefundenes Fressen.
Aber so ganz abwegig ist die Theorie der Gewöhnung nicht, haben wir uns doch an andere und sogar wesentlich bedeutendere Gefährdungen und Lebensrisiken auch gewöhnt. Oder wer denkt beim Einsteigen ins Auto an die Unfälle, von denen er gerade in der Zeitung gelesen hat. Heute wird berichtet, dass in Niederbayern in den ersten 9 Monaten bereits 75 Menschen iht Leben verloren. Ganz zu schweigen von den Todesursachen durch Übergewicht, mangelnde Bewegung oder durchs Rauchen.
Also bei Lichte betrachtet sollten wir uns von den Terroristen unsere freiheitliche, positive Lebenseinstellung und unseren gesunden Optimisus nicht nehmen lassen. Denn wie schrieb die Satirezeitschrift Charie Hebdo in der neuesten Ausgabe sinngemäß an die Terroristen: “Ihr habt die Scheiße und wir trinken Champagner”.
Vor diesem Hintergrund muß man die Spielabsage in Hannover akzeptieren, man muß sie aber nicht verstehen. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass die Terroristen so bescheuert sind und sich einer solchen Hochsicherheits-Veranstaltung auch nur auf 100 km nähern würden. Aber wenn man den Informationsstand der Verantwortlichen nicht kennt, kann man darüber nicht wirklich urteilen und Trittbrettfahrer sind halt schwer zu erkennen. Bedenklich stimmt allerdings, wenn man eine solche Veranstaltung nicht mehr hundertprozentig sichern kann.