ZWEIERLEI MAß…

Blattlaus

Das Zitat im aktuellen Focus über den leidigen „Pegida-Galgen“ gibt Anlass, einmal auf die thematischen, medialen Gewichtungen hinzuschauen. Peter Tauber, CDU-Generalsekretär, sagte in einem Interview, wer Pegida-Galgen herumträgt (…) der verstößt gegen die Werte, die es zu verteidigen gelte. Damit muss diese ironisch gemeinte Galgennummer eines Einzelnen immer noch dafür herhalten, diese islamkritische Bewegung unisono zu diffamieren. Diese Überhöhung der symbolischen Bedeutung ist typisch für unsere Medien und war besonders ausgeprägt in den Nachrichtenmagazinen und Talkshows in den Tagen und Wochen, nachdem das Foto veröffentlicht wurde.

Hätte Dieter Hanitsch einen Galgen gezeichnet oder Oliver Welke einen derartigen Sketch gemacht, es wäre mit Recht als zulässige Satire bezeichnet werden.

Nun haben am Wochenende etwa 1000 vermummte Linksautonome in Leipzig erheblichen Sachschaden verursacht, brennende Straßensperren errichtet und 69 Polizeibeamte mit Steinwürfen verletzt.

Im Kommentar der Landshuter Zeitung vom 14.12. relativiert Marcus Sauer aber schon postwendend dieses ungeheuerliche und radikale Vorgehen. Der OB von Leipzig hätte diese Vorfälle nicht als Straßenterror bezeichnen dürfen, sondern allenfalls als Taten gewalttätiger Krimineller. Bei dieser semantischen Sensibilität nimmt es doch wunder, wie leichtfertig man mit dem Begriff „Neonazi“ umgeht. Schließlich werden damit maßlose Gewalt und Gaskammern verbunden. Von Gewalt war in der rechten Szene aber nichts zu lesen, trotzdem behauptet man, nicht die Gewaltbereitschaft dieser Linksautonomen sei ursächlich für diese Krawalle gewesen, sondern der Aufmarsch von 200 „Neonazis“.

Ein Sprecher der Grünen kritisierte sogar, dass es zu einem „massiven Vorgehen der Polizei“ gekommen sei. Geht’s eigentlich noch?

Man darf gespannt sein, ob sich die Erregung über den „offenen Straßenterror“ genauso lange in den Medien erhält wie die über den Miniaturgalgen. Vermutlich nicht, denn alles ist relativ…!

Lisa, die Blattlaus