ZAHNARZT: HAUSBESUCH FüR BEHINDERTE ABGELEHNT, FüR JUNGE FLüCHTLINGE GENEHMIGT

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Das Seniorenwohn- und Pflegezentrum Lore Malsch liegt in ruhiger, friedlicher Waldlage am Rande des Hohenbrunner Ortsteils Riemerling im Südosten von München. Die intakte Natur und die gesunde Waldluft tragen sehr zum Wohlbefinden bei. In die sehenswerte Münchner Innenstadt gelangt man schnell mit der S-Bahn vom Bahnhof Ottobrunn aus. So heißt es auf der Internetseite der Einrichtung, in der jetzt neben Senioren auch minderjährige, unbegleitete Flüchtling untergebracht sind.

Der Zahnarzt Dr. Claus Scheingraber, einer von lediglich sechs Zahnärzten im Raum München, die eine ambulante zahnärztliche Versorgung  durchführen, also einen “Hausbesuch” machen, wurde vom Träger der Einrichtung, der Diakonie gefragt, ob er bereit sei, die ambulante zahnärztliche Versorgung der minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge zu übernehmen. Eine Kostenübernahme wurde zugesichert.

Dr. Scheingraber lehnte mit dem Hinweis ab, dass die jungen Flüchtlinge,  nach Auskunft des Zahnarztes alle im Alter zwischen 14  und etwa 20 Jahren, gesund und gehfähig seien. Sie könnten bei Bedarf jederzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln den nächsten Zahnarzt aufsuchen. Seine ambulanten Dienste seien für Alte und Behinderte gedacht.

Wie Zahnarzt Dr. Scheingraber gegenüber zuwanderung.net erklärte, besteht für diesen Personenkreis im Raum München ein weitaus höherer Bedarf, als ihn er und seine fünf Kollegen, die Hausbesuche anbieten, decken können.

Im Rahmen seiner Tätigkeit hat Dr. Scheingraber auch Kontakte zur Lebenshilfe e. V. München. Der Verein betreut in zwei verschiedenen Einrichtungen im Raum München 52 körperbehinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Diese Personen sind zu 80 % nur mit Mühe in der Lage, eine zahnärztliche Praxis aufzusuchen und würden dringend eine ambulante Betreuung benötigen. Die Lebenshilfe äußerte den Wunsch, dass Dr. Scheingraber dies übernehmen solle. Der Zahnarzt erklärte sich einverstanden und kontaktierte zu diesem Zweck die Kassenzahnärztliche Vereinigung, die sich mit den zuständigen Krankenkassen in Verbindung setzte. Das Ergebnis: Eine Kostenübernahme wurde aus rechtlichen Gründen abgelehnt.

Halten wir also fest: Bei jungen, unbegleiteten, körperlich fitten Flüchtlingen kommt der Zahnarzt auf Steuerzahlerkosten ins Haus, Behinderte müssen sich mit Rollstuhl und Krücken in die Praxis quälen.

Zusatz: Wegen dieses Artikels und Flyer mit dem Hinweis auf diese Internetseite, die ich in meinem Stadtteil in die Briefkästen verteilen ließ, hatte ich gerade einen Hausbesuch. Ein Mann, der sich als “Arzt aus Auloh” vorstellte, verbat sich den Flyer mit scharfen Worten und behauptete zudem, der obige Beitrag würde nicht der Wahrheit entsprechen und ich würde Volksverhetzung betreiben. “Wir in Auloh dulden das nicht” waren seine Worte. Im Stil des Sonnenkönigs Ludwig XIV spricht er also für alle, ohne sie gefragt zu haben. Jedenfalls würde ich enorme Schwierigkeiten bekommen, wenn ich das nicht lasse, drohte er mir.

Zu dem Beitrag ist zu sagen, dass uns die vollständigen Daten von Dr. Scheingraber bekannt sind und der Bericht detailliert mit ihm durchgesprochen wurde. Es bestehen hier keine Zweifel an seinen Angaben. Wie häufig sind die gesetzlichen Bestimmungen und die geltende Rechtslage für die Schieflage verantwortlich. Aber das Resultat ist halt nun mal schreiend ungerecht.

Aber zurück zum Hausbesuch: So sieht in Deutschland die freie Meinungsäußerung aus und genau solche Menschen schaffen ein Klima, wo sich keiner mehr etwas zu sagen traut.

Aufgrund eines Hinweises von Dr. Scheingraber recherchiere ich gerade über einen Vorfall, dessen “Empörungsfaktor” noch weit höher liegt. Wie schon so oft vorher, fürchte ich, dass die Betroffenen trotz des Ausmaßes des Skandals lieber schweigen, wegen Mitmenschen wie meinem “Hausbesucher”. Aber das muß aufhören. Zivilcourage ist gefragt.