DIE BöHMERMANN – AFFäRE: DOPPELTE SCHIZOPHRENIE

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Es hat schon schizophrene Züge an sich, wenn man sich das Verhalten des ZDF in der leidigen Böhmermann-Affäre anschaut. Da spaltet sich die Sendeanstalt einerseits auf in eine Position, nach der man das unsägliche „Gedicht“ nach der Ausstrahlung von der Mediathek nehmen muss, weil es dem normalen Zuschauer offensichtlich nicht zuzumuten ist oder von ihm das satirische Element darin nicht erkannt werden könnte. Andererseits bezieht das ZDF die Position, nach der es H. Böhmermann durch alle Instanzen rechtlich begleiten und unterstützen wolle.
Da frägt sich der gemeine Zahler der monatlichen Rundfunkgebühren schon, was da mit seinem Geld gemacht wird. Offenbar wird da etwas unterstützt, von dem er nicht genau wissen soll, was es eigentlich ist.

Und diese Schizophrenie ist auch in unserer Gesellschaft zu beobachten. Da lehnen nach einer in der BamS veröffentlichten Umfrage über 2/3 der befragten Deutschen die Entscheidung der Bundeskanzlerin bezügl. §103 StGB ab, obwohl vermutlich die wenigsten davon das Pamphlet gelesen haben und obwohl die meisten derjenigen, die es gelesen haben, den Text als abartig, beleidigend, unwürdig, unmoralisch, rassistisch und „bewusst verletzend“ empfunden haben werden.

Die gesamte Medienwelt stellt sich demonstrativ vor Böhmermann, erklärt uns in anmaßender Weise, was Satire ist und darf und versucht auf diese Weise, die mediale Freizügigkeit unter dem Vorwand, die Freiheit der Meinung, der Presse und der Kunst sei gefährdet, zu ihren Gunsten auszuweiten. Es soll quasi keinen Anstand und keine Schranken mehr geben hinsichtlich der Würde des Betroffenen. Presse soll unter dem Vorzeichen vermeintlicher Satire jede Verächtlichmachung ungeliebter Persönlichkeiten formulieren dürfen. Bei diesen Personen würde es sich natürlich um solche handeln, die dem medialen Mainstream nicht entsprechen. Erdogan und die ständig als Rechtspopulisten apostrophierten Politiker gehörten sicherlich zu diesem Kreis. Hatten wir dergleichen nicht schon einmal?

Es wäre nicht auszudenken, wenn solche Reime aus der Pegida-Ecke (oder von der AfD) gekommen wären, da würden jetzt schon die Handschellen klicken. 

So wurde beispielsweise ein Minigalgen mit offensichtlich satirischem Hintergrund wochenlang durch die Medien gezogen und verurteilt als eine nicht hinnehmbare, rechtsradikale Aktion. Dies zeigt einmal mehr, wie ideologisch einseitig ausgerichtet sich unsere Medien verhalten.

Wer der Böhmermann-Schmähkritik wirklich etwas Künstlerisches abgewinnen kann, der sollte sich den folgenden Vers des weisen Konfuzius zu Herzen nehmen: „Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat noch nicht notwenig auch Geist.“
Böhmermann hatte weder das rechte Wort noch hat er Geist.

Lisa, die Blattlaus