STRAUBINGER TAGBLATT & CO: AFD-BASHING IN DER LüCKEN-ZEITUNG Was die Leser der idowa-Zeitungen nicht erfahren

Allgemein Beitraege
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Von EUGEN PRINZ | Der Schwächeanfall des CDU-Bundestagsabgeordneten Matthias Hauer war natürlich auch Gegenstand der Berichterstattung der aus insgesamt 16 Regionalzeitungen bestehenden Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung. Mit einer verkauften Auflage von gut 112.000 Exemplaren deckt diese große Teile des ostbayerischen Raum ab.

“Idowa” (Isar, Donau, Wald), wie sich diese Mediengruppe gerne bezeichnet, ist dem Mainstream zuzuordnen, auch und vor allem was die linientreue Berichterstattung betrifft.

Betreutes Denken auch in Ostbayern

Da versteht es sich von selbst, dass dort ebenfalls die Legende zu lesen war, die AfD wäre am schlechten Gesundheitszustand einzelner Bundestagsabgeordneten schuld. Als Kronzeuge präsentierte die Mediengruppe den CSU-Bundestagsabgeordneten und Mediziner Stephan Pilsinger. In dem Artikel “Kollaps unter der Reichstagskuppel” bezeichnete Pilsinger die langen Nachtsitzungen als eine der Ursachen für die gesundheitlichen Probleme. An diesen Nachtsitzungen sei die AfD schuld, weil sie darauf bestehe, zu allen Themen auch zu sprechen, statt die Reden nur zu Protokoll zu geben, was eine Menge Zeit sparen würde.

 „Ich denke, denen geht es dabei vor allem darum, Material für ihre Videoclips zu produzieren. Das führt zu den langen Nachtsitzungen.“

(Stephan Pilsinger, CSU. Quelle: idowa-Zeitungen vom 9. November 2019)

Frechheit: Die AfD will ihre Reden halten

Die AfD besitzt also die Frechheit, ihre Reden im Bundestag tatsächlich halten zu wollen, statt sie in einer Datei auf dem Bundestagsserver im ewigen Nirvana des Vergessens zu versenken.

Andererseits muss man wissen, dass solche Reden nur dann zu Protokoll gegeben werden, statt sie zu halten, wenn zwischen den Fraktionen Einverständnis zu dem entsprechenden Thema besteht. Das ist, was die AfD betrifft, schon aus Prinzip nie der Fall.

Folglich müssen die Abgeordneten der AfD ihre Reden wohl oder übel halten, nicht wahr?

Zudem ist es legitim, Videos zu fertigen, um dem Bürger die parlamentarische Arbeit im Bundestag näher zu bringen. Das nennt man Öffentlichkeitsarbeit, liebe Altparteien.

War der Artikel bisher schon sehr tendenziös, kommt es jetzt noch dicker:

Auch die Bundestagssitzung, die am Donnerstag begonnen hat, zieht sich bis weit nach Mitternacht. Am Freitagmorgen gegen 1.45 Uhr dann steht die Abstimmung über eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes an. Die AfD-Fraktion zweifelt die  Beschlussfähigkeit des Parlaments an und beantragt eine namentliche Abstimmung. Weil nur noch 133 Abgeordnete anwesend sind, wird die Sitzung abgebrochen. Um beschlussfähig zu sein, müssen mehr als die Hälfte der 709 Abgeordneten
anwesend sein.

Lückenpresse – Das Wichtigste wird den Lesern unterschlagen

Moment mal, fehlen da nicht etwas ganz Entscheidendes? Zum Beispiel, dass Bundestagsvizepräsident Hans-Peter Friedrich den Versuch unternommen hatte, angesichts eines mit wenig mehr als 100 Abgeordneten besetzten Sitzungssaals die Beschlussfähigkeit des Bundestages, für die 355 anwesende Abgeordnete nötig gewesen wären, festzustellen. Mit welcher Dreistigkeit Friedrich hier vorgegangen ist, kann jeder anhand dieses Screenshots sehen, der den Sitzungssaal zum Zeitpunkt der Feststellung der Beschlussfähigkeit zeigt.

„Es sieht aber doch ganz gut aus …“ (Bundestagsvizepräsident Friedrich über die Beschlussfähigkeit des fast leeren Bundestags)

Es war ein äußerst geschickter Schachzug der AfD, hier eine namentliche Abstimmung zu beantragen und so den offensichtlichen Rechtsbruch des Bundestagsvizepräsidenten zu vereiteln.

Diesen Skandal hat die Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung in ihrer Berichterstattung vollkommen unter den Tisch fallen lassen. Hätte ein Abgeordneter der AfD als Bundestagsvizepräsident die Sitzung in gleicher Weise geleitet, würde dieser Vorfall unter Garantie die Titelseite der nächsten Ausgabe der Zeitungen schmücken.


Eugen Prinz im Mai 2019 auf dem Kongress der Neuen Medien in Berlin.

Eugen Prinz kommt aus Bayern und schreibt seit Herbst 2017 unter diesem Pseudonym für PI-NEWS und den Blog zuwanderung.net. Der Fachbuchautor und Journalist ist dem traditionellen bürgerlichen Konservatismus zuzurechnen. Dem politischen Journalismus widmet er sich, entsetzt über die chaotische Massenzuwanderung, seit 2015.
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