„RHEIN-NECKAR-ZEITUNG“ HAT RECHT: KEINE BESSERSTELLUNG VON ASYLBEWERBERN Sozialticket der Stadt Heidelberg reduziert Beförderungskosten für HartzIV-Empfänger

Allgemein Beitraege
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Von EUGEN PRINZ | UPDATE vom 22.11.2019 |  “Der Krug geht solange zum Brunnen, bis das Kind erbricht”, verballhornte der Komödiant Otto einmal ein deutsches Sprichwort. Jetzt ist es auch beim Autor so weit: Nach fast 500 Beiträgen ist ihm in der Recherche ein Fehler unterlaufen, für den er sich entschuldigen muss.

Wie dem Verfasser von einem Leser mitgeteilt wurde, bietet die Stadt Heidelberg ein Sozialticket für HartzIV-Empfänger an:

Der monatliche Abo-Preis beträgt 64,10 Euro. Hiervon übernimmt die Stadt einen monatlichen Zuschuss von 40,05 Euro. Der Eigenanteil der Nutzerin oder des Nutzers beträgt 24,05 Euro. Dieser Betrag ist bereits im Regelsatz für Leistungsempfänger nach dem SGB II und XII in Form einer Mobilitätspauschale enthalten.

Insofern sind die in diesem Artikel nachfolgend genannten Zahlen unzutreffend, was die Kosten eines Jahrestickets für HartzIV-Bezieher betrifft. Dass auch die Rhein-Neckar-Zeitung dieses Sozialticket nicht erwähnte, soll und darf keine Entschuldigung sein. Der Autor muss sich den Vorwurf gefallen lassen, hier nicht gründlich genug recherchiert zu haben. Wo gearbeitet wird, werden Fehler gemacht, dass ist auch bei PI-NEWS nicht anders. Im Interesse einer wahrheitsgemäßen Berichterstattung gehört es dazu, begangene Fehler einzuräumen und richtig zu stellen, was an dieser Stelle geschehen soll.

Bei den Lesern und vor allem auch bei der Rhein-Neckar-Zeitung bittet der Autor um Entschuldigung für die Fehlinformation und die ungerechtfertigt harten Worte gegenüber der Zeitung. 

Eugen Prinz


Hier der obsolete Artikel, der als Bestandteil der (unverlangten) Gegendarstellung noch einige Zeit im Netz verbleiben wird:
Von EUGEN PRINZ | UPDATE AM ENDE DES BEITRAGS | Es war vollkommen klar, dass die Mainstream Presse auf die in den sozialen Medien viral gehende Dienstanweisung der BRN Busverkehr Rhein-Neckar GmbH, Betriebsstelle Heidelberg, “anspringen” würde.

In dieser Anweisung ist die Rede davon, dass Asylbewerber die öffentlichen Verkehrsmittel des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN), zu denen die BRN gehört, kostenlos benutzen dürfen.

Gründliche Recherche von PI-NEWS

PI-NEWS hat den Sachverhalt recherchiert und in dem gestern erschienen Artikel “Baden-Württemberg zahlt in drei Städten Bustickets für Flüchtlinge” korrekt dargestellt, was man vielleicht von einigen Beiträgen zu diesem Thema in den sozialen Medien nicht behaupten kann.

Inzwischen ist auch bekannt geworden, welchen Betrag das Regierungspräsidium Karlsruhe den betreffenden Asylbewerbern von den 136 Euro Taschengeld, die sie jedes Monat bekommen, für die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel abzieht: Es sind 26,75 Euro.

Jahresticket für 769,20 Euro kostet Asylbewerber 321 Euro

Der Autor lag also mit der Obergrenze seiner Schätzung von 20 Euro gar nicht so weit daneben. An dieser Stelle nochmal der Preis für das relevante Jahresticket: 769,20 Euro. Nimmt man den Betrag von 26.75 Euro, der den Asylbewerbern monatlich abgezogen wird, mal 12, dann ergibt das für das Jahresticket einen Preis von 321 Euro.

An dieser Stelle wollen wir uns auf der Zunge zergehen lassen, was die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG dazu schreibt:

“Und was zahlen HartzIV-Empfänger? In den sozialen Medien wird behauptet, Asylbewerber könnten kostenlos fahren (was nicht stimmt) im Gegensatz zu HartzIV-Beziehern. Während ein erwachsener Asylbewerber in der Erstunterbringung 136 Euro (abzüglich 26,65 Euro) erhält, bekommt ein Einpersonenhaushalt mit HartzIV 424 Euro, erklärt das Landratsamt Rhein-Neckar. Mit diesem Geld müssen die Betroffenen dann ihre Tickets für Bus und Bahn selbst zahlen. Der Gesetzgeber veranschlagt dafür einen Anteil von 32,90 Euro in den 424 Euro. Das mag alles in allem nicht viel Geld und Unterstützung für HartzIV-Bezieher sein. Hat aber nichts mit Asylbewerbern und den gesetzlichen Regelungen zu tun. Es gibt keine Schlechterstellung von HartzIV-Beziehern gegenüber Asylbewerbern.”

Den letzten Satz sollten wir nochmal lesen:

“Es gibt keine Schlechterstellung von HartzIV-Beziehern gegenüber Asylbewerbern.”

Die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG besitzt also angesichts dieser Zahlen auch noch die Chuzpe, zu behaupten, die HartzIV-Bezieher wären nicht schlechter gestellt. Diesen werden für ein Jahresticket 394 Euro (32,90 Euro pro Monat) angerechnet, im Gegensatz zu den 321 Euro (26,75 Euro pro Monat), die den Asylbewerbern von ihrem Taschengeld abgezogen werden. Und hier gilt es obendrein zu berücksichtigen, dass sich die HartzIV Empfänger von den 424 Euro monatlich auch noch ihre Lebensmittel kaufen müssen.

Jahresticket für 769,20 Euro kostet HartzIV-Empfänger 769,20 Euro

Zudem sind die 32,90 Euro, die im monatlichen Budget der HartzIV-Empfänger für Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vorgesehen sind, nur ein Zuschuss. Im Gegensatz zu den betreffenden Asylbewerbern, die das Jahresticket auch tatsächlich für die genannten 394 Euro bekommen, müssen die HartzIV-Empfänger dafür den vollen Betrag von 769,20 Euro bezahlen.

Mit ihrer unverschämten Behauptung, die HartzIV-Bezieher wären nicht schlechter gestellt, als die Asylbewerber, beleidigt die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG die Intelligenz ihrer Leser und verhöhnt die HartzIV-Empfänger.

Artikel zuerst erschienen auf PI-NEWS

 


Eugen Prinz im Mai 2019 auf dem Kongress der Neuen Medien in Berlin.

Eugen Prinz kommt aus Bayern und schreibt seit Herbst 2017 unter diesem Pseudonym für PI-NEWS und den Blog zuwanderung.net. Der Fachbuchautor und Journalist ist dem traditionellen bürgerlichen Konservatismus zuzurechnen. Dem politischen Journalismus widmet er sich, entsetzt über die chaotische Massenzuwanderung, seit 2015.
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