WAS DIE REGIERUNG DEN SENIOREN ANTUT DIEBSTAHL DER LETZTEN NOCH VERBLIEBENEN "QUALITY TIME"

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Von EUGEN PRINZ | Ab dem Zeitpunkt der Geburt nimmt die verbleibende Lebenszeit kontinuierlich ab. Das ist eine Binsenweisheit. Unser “Stundenkontingent”, wenn wir einmal bei dieser Maßeinheit bleiben wollen, verbrauchen wir zunächst in der Schule, später dann am Arbeitsplatz, natürlich auch mit Schlafen und Essen, sowie wie Freizeitaktivitäten.

Ein weiterer, unangenehmer Teil des Stundenkontingents geht für die Zeit drauf, die wir im Laufe unseres Lebens krank im Bett liegen.

Die “Quality Time”

Besonders wichtig sind uns jene Stunden, die uns sehr viel Freude bereiten: Die Zeit, die wir frisch verliebt mit der neue Flamme verbringen, Zeit mit Kindern und Familie, guten Freunden oder vertieft in die Ausübung eines schönen Hobbys, um nur einige Beispiele zu nennen.

Von dieser “Quality Time” hat man als junger Mensch noch fast unendlich viele Stunden vor sich. Wir erinnern uns an die tröstenden Worte der Eltern, wenn wir wegen einer Krankheit oder einer Verletzung im Hochsommer das Bett hüten mussten: “Du bist ja noch jung, Du kannst in Deinem Leben noch soo oft zum Schwimmen gehen”.

Mit steigendem Lebensalter reduziert sich neben der Restlebenszeit auch das vom Schicksal zur Verfügung gestellte Kontingent der “Quality Time”. Das Zeitfenster wird kleiner und kleiner. Wer sich das veranschaulichen möchte, der braucht nur ein 80 cm langes Maßband zu nehmen und mit einer Schere sein Lebensalter in Zentimeter abzuschneiden. Für die Älteren unter uns ist das eine sehr deprimierende Erfahrung.

Die Hochbetagten: Hilflose Opfer der Corona-Politik

Das bringt uns zu den Senioren und Hochbetagten in den Alters- und Pflegeheimen. Die einzige “Quality Time”, die alte Menschen noch haben, ist die Zeit, in der sie von den Kindern und Enkelkindern besucht werden. Nachdem auf dem Maßband der Senioren nichts oder nicht mehr viel übrig ist, kann jede Stunde, die sie noch mit ihren Lieben verbringen, die letzte gewesen sein. Niemand kann sagen, ob nicht in der darauffolgenden Nacht ein Schlaganfall diesen Besuch zum Abschied für immer macht.

Daher sind für alte Menschen die Stunden mit ihren Liebsten unendlich kostbar.

Weit haben wir es gebracht: Eine Frau unterhält sich per Zuruf aus der Ferne mit ihrem Angehörigen im Heim. Die Szene wurde kürzlich in einem Altenheim einer bayerischen Stadt mit Einwilligung der Beteiligen aufgenommen.

Und jetzt kommt die Regierung und piesackt die Alten mit Corona-Regeln, die ihnen das letzte bisschen Lebensmut und die einzige Freude, die sie noch haben, nehmen.

Besuchsregeln, schlimmer wie im Knast

PI-NEWS hat sich mit der Tochter einer Seniorin unterhalten, die in einem Alten- und Pflegeheim in der Oberpfalz lebt.

Um ihre Mutter besuchen zu können, braucht sie einen Termin. Dies deshalb, weil es nur ein Besuchszimmer gibt. In diesem steht ein Tisch mit zwei Stühlen, in der sich Bewohner und Besucher gegenüber sitzen. In der Mitte des Tisches ragt eine Plexiglasscheibe hoch.

Sowohl der hochbetagte Heimbewohner, als auch der Besucher trägt während der Besuchszeit, die auf 30 Minuten und eine Person begrenzt ist, eine Mund-Nasen-Bedeckung. Selbstverständlich muss der Sicherheitsabstand eingehalten werden, Berührungen sind verboten.

Haben Sie eine Ahnung, liebe Leser, wie schnell für einen alten Menschen 30 Minuten vorbei sind? Die alte Frau hat ihre Tochter kaum begrüsst, schon wird ihr Blick angstvoll auf die Uhr fallen, wie viel Zeit sie mit ihr noch hat, bevor sie sich verabschieden und die Seniorin den nächsten 23.5 Stunden Altenheimmonotonie entgegensieht.

Eine durch nichts mehr zu rechtfertigende Regelung

Die Aufrechterhaltung dieser Maßnahmen ist im Lichte der gegenwärtigen Erkenntnisse eine reine politische Entscheidung, die nur noch dazu dient, den Schein zu wahren. Die Regierung tut das auf Kosten der letzten schönen Stunden, die die Alten noch haben. So steht es ja auch in der geleakten Schadensanalyse eines stellvertretenden Abteilungsleiters im Innenministerium, der dafür seinen Hut nehmen musste.

Nun mag man einwenden, dass dies zum Schutz der Senioren in den Pflegeheimen geschieht. Aber hat man die alten Menschen denn auch gefragt, ob sie das wollen? Und warum wurde das dann nicht bei jeder größeren Grippewelle so gehandhabt? Erneut darf der Autor an die 25.100 Toten der Influenza-Epidemie in 2017/2018 erinnern. Auch dieser dürften hauptsächlich Senioren zum Opfer gefallen sein.

Das ist der Lauf der Dinge, man wird alt und man erliegt entweder einer organischen Erkrankung oder einer Infektion. Und dann stirbt man. In Würde. Und wenn es gut geht, im Kreise seiner Angehörigen.

So aber: Wer von den Alten nicht aus Gram stirbt, dem nimmt man die letzten schönen Stunden, die ihm im Leben noch etwas bedeuten.